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Du hast gehört, Dvorak sei „das schnellere Layout“, und willst jetzt wissen, was dahintersteckt und ob sich der Aufwand lohnt. Kurz gesagt: Dvorak ordnet dieselben Tasten anders an, du kannst es noch heute Abend kostenlos ausprobieren, und der Gewinn fällt kleiner aus, als die Legende vermuten lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Dvorak ist eine Buchstabenanordnung, die 1936 patentiert wurde. Sie legt die Vokale und die häufigsten Konsonanten in die mittlere Reihe. Die Hardware deiner Tastatur bleibt genau dieselbe.
- Mit Dvorak landen etwa 70 % der Buchstabenanschläge in der Grundreihe, bei QWERTY sind es 32 %. Deine Finger legen also kürzere Wege zurück. Die gemessenen Tempogewinne sind klein und bis heute umstritten.
- Du stellst Dvorak in den Systemeinstellungen jedes Computers ein, oder du belegst eine Keychron-Tastatur im Launcher neu, sodass die Tastatur selbst Dvorak tippt. Halte QWERTY für Tastenkürzel und gemeinsam genutzte Computer griffbereit.
Was das Dvorak-Tastaturlayout ist
Ein Tastaturlayout ist die Zuordnung, die festlegt, welchen Buchstaben jede Taste erzeugt. Dvorak ist eine solche Zuordnung. Benannt ist es nach August Dvorak, einem Professor für Pädagogik, der es Anfang der 1930er-Jahre zusammen mit William Dealey entwickelt hat. Die beiden wurden 1932 fertig, das Patent folgte 1936. Zu diesem Zeitpunkt war QWERTY schon rund sechzig Jahre lang der Standard auf Schreibmaschinen.
Stell es dir wie eine neu eingeräumte Küche vor. Bei QWERTY stehen die Pfannen, die du jeden Tag brauchst, in einem Schrank am anderen Ende des Raums. Dvorak stellt sie auf die Arbeitsfläche direkt vor dir und schiebt das Fondue-Set nach hinten.
Zwei Dinge bleiben gleich. Die Tasten, die Switches und die Tastenkappen auf deinem Schreibtisch ändern sich nicht, denn die Anordnung steckt in der Software. Und die Zahlenreihe behält in der heutigen Version des Layouts ihre gewohnte Reihenfolge.

Ein Schema nur der Buchstabenreihen, für diesen Artikel nach der Standardbelegung von US-Dvorak gezeichnet. Tastenformen, Zahlenreihe und Sondertasten sind weggelassen.
So funktioniert Dvorak
Dvorak hat untersucht, wie oft jeder Buchstabe im Englischen vorkommt und wie sich die Hand bewegt. Danach hat er die Tasten nach ein paar Regeln verteilt.
- Die Grundreihe ist die mittlere Reihe, auf der deine Finger ruhen. Dvorak legt die fünf Vokale auf ihre linke Seite (A O E U I) und fünf häufige Konsonanten auf die rechte (D H T N S).
- Die seltensten Buchstaben, etwa Q, J, K und X, kommen in die untere Reihe. Sie ist am schwersten zu erreichen.
- Weil die Vokale auf der einen und die Konsonanten auf der anderen Seite liegen, wechseln sich bei vielen Wörtern die Hände ab: ein Buchstabe links, der nächste rechts.
- Die rechte Hand übernimmt etwas mehr Arbeit, weil die meisten Menschen Rechtshänder sind. Bei QWERTY entfallen etwa 56 % der Anschläge auf die linke Hand, bei Dvorak etwa 56 % auf die rechte.
Daraus ergibt sich die Zahl, die alle zitieren. Etwa 70 % der Buchstabenanschläge bleiben in der Grundreihe, rund 22 % gehen in die obere und 8 % in die untere Reihe. Die Grundreihe schafft bei QWERTY nur etwa 32 %, die obere Reihe übernimmt 52 %.
Nur zwei Buchstaben behalten ihren Platz aus QWERTY, A und M. Alle anderen wandern. Deshalb fühlt sich das Tippen am Anfang an wie mit Fäustlingen.
Was sich für dich ändert
Deine Finger bewegen sich weniger. Genau darum geht es bei Dvorak: um den hohen Anteil der Grundreihe, den du oben gesehen hast. Befürworter sagen, dass sich lange Tippsitzungen dadurch leichter anfühlen. Behalte dabei die Studienlage im Blick: Eine Studie fand bei einer kleinen Gruppe im Schnitt 4 % mehr Tempo. Eine Regierungsstudie aus den 1950er-Jahren fand keinen Vorteil bei Tempo oder Lernzeit, allerdings leitete sie ein Forscher, der sich öffentlich gegen neue Layouts ausgesprochen hatte. Spätere Versuche zeigten, dass geübte Schreibkräfte auf mehreren verschiedenen Layouts ähnlich schnell tippen. Sieh Dvorak als Wette auf mehr Komfort, die etwas Lernzeit kostet. Der Tempogewinn ist klein.
Auch deine Tastenkürzel wandern. Kopieren und Einfügen liegen bei QWERTY auf C und V, gut erreichbar für die linke Hand. Bei Dvorak sitzen diese Buchstaben woanders, deshalb fühlen sich die gewohnten Strg-Kombinationen ungelenk an. macOS bringt ein Layout namens Dvorak - QWERTY ⌘ mit. Es schaltet auf QWERTY zurück, solange du die Command-Taste gedrückt hältst. So bleiben deine Gewohnheiten bei Tastenkürzeln erhalten.
Bei Spielen kommt es darauf an. Die WASD-Tasten, mit denen du dich in Spielen bewegst, liegen bei Dvorak weit verstreut. Manche Spiele erkennen das Layout und passen sich an, bei manchen kannst du die Tasten neu belegen, und ein paar mit festen Tasten sind lästig. Eine Möglichkeit: Behalte QWERTY als zweites Layout und schalte vor dem Spielen um.
Die Tastmarken liegen unter neuen Buchstaben. Die zwei kleinen Erhebungen, an denen sich deine Zeigefinger orientieren, sitzen auf F und J. Bei Dvorak tippen diese Tasten U und H. Wer blind schreibt, verlässt sich mehr auf die Tastmarken als auf die aufgedruckten Buchstaben. An ihnen findest du also deine Grundposition.
Die aufgedruckten Buchstaben passen nicht mehr. Bis du die Tastenkappen tauschst oder nicht mehr hinschaust, zeigen die Tasten QWERTY. Manche sehen darin einen Vorteil, weil sie so das Blindschreiben lernen müssen.
So stellst du auf Dvorak um
Die meisten großen Betriebssysteme haben Dvorak an Bord. Du fügst es als zweites Layout hinzu und wechselst zwischen den beiden.
Am Mac: Öffne die Systemeinstellungen, wähle Tastatur und klick unter Texteingabe auf Bearbeiten. Klick auf das Pluszeichen (+), such nach Dvorak und füge es hinzu. Apple bietet vier Versionen an: Dvorak, Dvorak - Linkshänder, Dvorak - Rechtshänder und die oben erwähnte Variante Dvorak - QWERTY ⌘. Über das Eingabemenü in der Menüleiste wechselst du während der Arbeit das Layout, und die Tastaturübersicht zeigt die Belegung auf dem Bildschirm. Die einzelnen Schritte stehen auf Apples Hilfeseite zu Dvorak.
Unter Windows: Öffne die Einstellungen, geh zu Zeit & Sprache und dann zu Sprache & Region. Wähl die drei Punkte neben deiner Sprache, öffne die Sprachoptionen und klick auf Tastatur hinzufügen. Dort wählst du das Layout United States-Dvorak aus. Zum Umschalten hältst du die Windows-Logo-Taste gedrückt und drückst die Leertaste, oder du klickst in der Taskleiste auf das Symbol für die Eingabesprache. Die Anleitung von Microsoft zeigt jeden Bildschirm.
Andere Systeme: Linux-Desktops führen Dvorak zusammen mit den anderen Tastaturlayouts. Das iPhone hat seit iOS 16 eine Dvorak-Tastatur, und die eingebaute Bildschirmtastatur von Android unterstützt Dvorak seit Version 4.1.
Eine Warnung, bevor du dich festlegst. An manchen gemeinsam genutzten oder abgesicherten Computern kannst du das Layout nicht ändern. Das ist ein guter Grund, QWERTY noch eine Weile in den Fingern zu behalten.
Wo Keychron ins Spiel kommt
Keychron Launcher, unsere kostenlose Web-App, belegt auf unseren QMK- und ZMK-Tastaturen einzelne Tasten oder die ganze Tastatur neu. Mehr brauchst du nicht, um Taste für Taste eine komplette Dvorak-Belegung aufzubauen. Öffne den Launcher in einem aktuellen Chrome, Opera oder Edge, verbinde die Tastatur per Kabel oder, bei Modellen mit dieser Option, über den 2,4-GHz-Empfänger, und klick auf Keymap. Du wählst eine Taste auf der virtuellen Tastatur aus, klickst dann im Bereich Basic auf den Buchstaben, den sie senden soll, und wiederholst das für jede Taste, die sich ändert. Du kannst auch eine Keymap-Datei für die ganze Tastatur hochladen und deine eigene exportieren, wenn sie fertig ist. Der Launcher hält getrennte Standardebenen für den Mac-Modus und den Windows-Modus bereit. Du könntest eine davon neu belegen und die andere auf QWERTY lassen. Beim Wechsel des Modus ändern sich aber auch die Sondertasten (Command und Option am Mac, Windows und Alt unter Windows). Für die meisten ist es deshalb besser, nur die Ebene neu zu belegen, die sie wirklich nutzen. Die Keychron Q6 Max ist ein Beispiel dafür. Wenn dich beim Lernen die aufgedruckten Buchstaben ablenken: In der Version Fully Assembled Knob (Side-Printed Keycaps) sitzt die Beschriftung an der Vorderkante jeder Taste statt oben.

Nach der Neubelegung sendet die Tastatur für jede Taste den neuen Buchstaben. Lass deinen Computer deshalb auf seinem normalen Layout. Nutze nur einen der beiden Wege, nie beide zugleich, sonst werden die Buchstaben doppelt umgesetzt. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Neubelegen zeigt die einzelnen Bildschirme. Unser Artikel zu Tastaturlayouts erklärt ANSI, ISO und die Größen, falls dir diese Begriffe neu sind.
Häufige Fragen
Ist Dvorak schneller als QWERTY?
Kaum, soweit es bisher Messungen gibt. Eine Studie bezifferte den Gewinn bei einer kleinen Gruppe auf etwa 4 %. Eine Regierungsstudie aus den 1950er-Jahren fand keinen Vorteil beim Tipptempo oder bei der Lernzeit. Ihr Autor hatte sich allerdings gegen Dvoraks Arbeit gestellt, deshalb ist die Lage bis heute umstritten. Verlässlich ändert Dvorak, wo deine Finger ihre Zeit verbringen: Etwa 70 % der Buchstabenanschläge liegen in der Grundreihe statt 32 %.
Wie lange dauert es, Dvorak zu lernen?
Einen verlässlichen Durchschnitt gibt es nicht. In der Studie aus den 1950er-Jahren brauchten die Schreibkräfte 100 Stunden Training, um wieder ihr altes QWERTY-Tempo zu erreichen. Wie schnell du vorankommst, hängt davon ab, wie viel du täglich tippst und ob du bei Dvorak bleiben kannst, ohne für die Arbeit zurückzuwechseln.
Brauche ich für Dvorak eine spezielle Tastatur?
Nein. Die Anordnung steckt in deinem Betriebssystem, deshalb funktioniert jede Tastatur, sobald du das Layout in den Einstellungen hinzugefügt hast. Mit einer Tastatur, die Keychron Launcher unterstützt, kannst du die Belegung stattdessen in die Tastatur selbst verlegen. Das ist praktisch, wenn du sie an mehreren Computern anschließt. Unser Artikel QWERTY vs. Dvorak vergleicht die beiden genauer.
Wenn du Dvorak lieber auf der Tastatur als in deinen Einstellungen ausprobieren willst: Unsere programmierbaren Tastaturen laufen mit QMK- oder ZMK-Firmware und lassen sich bei unterstützten Modellen im Launcher neu belegen.
Quellen & Belege
- Dvorak wurde 1936 für August Dvorak und William Dealey patentiert; Anteile von Grundreihe, Händen und Reihen; warum Dvorak QWERTY nicht abgelöst hat; die Studie der General Services Administration aus den 1950er-Jahren; Tastenkürzel, Spiele und Unterstützung durch Betriebssysteme. (Wikipedia, Dvorak keyboard layout)
- Eine Studie fand bei einer kleinen Gruppe im Schnitt 4 % mehr Tempo; das Layout steckt in der Software, und für Zehnfingerschreiber zählen die Tastmarken auf den Grundtasten mehr als die aufgedruckten Buchstaben. (Wikipedia, Keyboard layout)
- Dvorak auf dem Mac hinzufügen, die vier Dvorak-Varianten und wie sich Dvorak - QWERTY ⌘ verhält. (Apple Support, Dvorak-Tastaturlayouts auf dem Mac verwenden)
- Ein Tastaturlayout in Windows hinzufügen und mit Windows-Logo-Taste und Leertaste wechseln. (Microsoft Support, Sprach- und Tastaturlayout-Einstellungen verwalten)
- Keychron Launcher belegt einzelne Tasten oder die ganze Tastatur neu, nimmt hochgeladene Keymap-Dateien an und läuft in Chrome, Opera oder Edge per Kabel oder 2,4-GHz-Empfänger. (Keychron, Eine Taste im Launcher neu belegen)
- Launcher hat zwei Ebenen für Mac und zwei für Windows. (Keychron, Die Tastatur mit Launcher programmieren)
- Produktseiten von Q6 Max, K10 HE und K3 Max: QMK-Firmware und Neubelegung im Launcher; die Option Side-Printed Keycaps der Q6 Max. (Produktseite der Keychron Q6 Max)






